Bogotá III

18.09.2015

Day 497-521 - Traffic chaos deluxe - what else happened in Bogotá

Ok, maybe traffic chaos doesn’t sum up our Bogotá experience correctly, but it definitely was a fundamental part of it.

Just to put across this point right from the start, we had a great time in Bogotá, not least thanks to us getting to know Annemone. Over the course of the weeks we met up regularly, treated ourselves to culinary highlights and enjoyed the cities nightlife. And the same goes for Juan, Joana and Laia who we got in touch with through our friends Carlos and Alison (Panama City) and who are hosting us at their place for our last couple of days. It’s our Bogotá mini-circle of friends to enjoy our time besides all the work we got to do.

 

But I do have to come back to the traffic chaos topic since it’s just so unbelievable. The traffic is practically always jammed and everyone drives however they please, including wild hopping around between lanes while tapping away on the phone. Busses and taxis stop everywhere even in the middle of an intersection to pick up or let off passengers and block up traffic additionally. Same with the street vendors selling drinks, food, toys, gum and what not in the middle of the street. And people actually stop and take their time choosing what they want.

Wether it’s for entering the main road from a side road or just switching into a different lane, drivers seem incapable of waiting their turn. They slow down just a little bit, squeeze in and force everyone else to let them pass. At one of those occasions we (two up) got smacked into the pannier by a car. At walking pace nothing but a few scratches happens, but I’m having a really hard time getting used to the limited personal space on the road.

The sight of a run-over motorcycle is quite common. Actually it’s so customary that it doesn’t get any attention unless something severe happens. The other day we saw a rider who just got off the ground after being knocked over and didn’t even suspend his phone call. The phone by the way was tucked under his helmet next to the ear (also a common sight)

Admittedly the two-wheeled traffic participants are accountable for the worst road rage. At an incredible speed they lane-split their way through the car-congested roads, getting stuck between the vehicles every now and then.

To say the least I’m pretty happy when I don’t have to get on the bike. Everytime we do have to take them somewhere I get utterly frustrated with the ignorance of the people and find myself yelling under my helmet and honking the horn wildly at other people.

 

That’s why I chose the bus for my city exploration tour and let others be annoyed with the traffic. But even that turned out to be quite a challenge.

As a big-city kid I was always convinced I could find my way through any public transportation system in any city in the world. But what the hell is that? There are heaps of numbers and letters but no overview of the according zones of the city. Where is the map with all the colourful lines that show where each bus goes?

But asking people always helps and I finally found the right bus to get to the city center. And the ride wasn’t bad at all. Just getting off wasn’t all that easy. A multitude of people was blocking the entrance and at the same time trying to get on the bus. Totally perplexed I asked out loud why they don’t just wait for everyone to get off before getting on (yes, I’m that german) and I received an apologetically smile and „they’re pushing from behind“ as an answer.

On the way back it got even worse. The platform was packed with people that were pushing against the glass doors that open when the bus arrives. Then an overly loaded bus that looked like it could not hold one more person arrives and brave people rush towards the opening doors, shove and jostle and get stuck between the closing doors. I’m not going to participate in this.

I get into a conversation with two women that are on their way home after work and learn that this is unfortunately a very normal condition in Bogotá. The transportation system is hopelessly overstrained and the planned metro will probably take several decades to actually be constructed and operating.

Seems like its impossible to move around the city without having to cope with a good deal of mental stress. Or maybe one just gets used to it after a while.

 

On sundays though, the chaos is brought to a stop. Some of the major avenues are shut down to traffic between 7am and 6pm, declared „Ciclo Via“ and are only to be use by pedestrians, cyclists and skaters. Pretty crazy. Twice a year they take it to extremes and close down the whole city to any car traffic from 6am to 8pm. And that on a wednesday! Busses do run though and people are allowed to come into work in casual or sporty clothing on those days.

In general there are a whole lot of cyclists in Colombia, not only in the cities but also in rural areas.

 

Joey

497-521 - Verkehrschaos deluxe - was sonst noch so in Bogotá passiert ist

Ok, vielleicht ist Verkehrschaos nicht die richtige Zusammenfassung für unseren Bogotá Aufenthalt, aber dennoch ein ganz elementarer Bestandteil.

Gleich vorweg gesagt, wir hatten eine tolle Zeit in der Stadt, nicht zuletzt dank unserer Bekanntschaft mit Annemone mit der wir uns regelmäßig getroffen haben, uns kulinarisch verwöhnt und Bogotás Nightlife erkundet haben. Und ebenso Juan, Joana und Laia, die wir über unsere Freunde Carlos und Alison (Panama City) kennen gelernt haben und die uns nun sogar für unsere letzten Tage in der Stadt bei sich beherbergen. Quasi unser Bogotá Mini-Freundeskreis mit dem wir neben der ganzen Arbeit auch noch schöne Dinge erleben konnten.

 

Aber ich muss doch noch ein wenig vom Verkehrschaos berichten, denn es ist einfach so unglaublich. Es ist quasi immer Stau und jeder fährt wie er will, wilde ununterbrochene Spurwechsel, während auf dem Telefon umgetippt wird, inklusive. Busse und Taxis halten selbst mitten auf der Kreuzung an um Passagiere ein und aussteigen zu lassen und halten somit den Verkehr zusätzlich auf. Das Gleiche gilt für die Straßenverkäufer, die Getränke, Essen, Spielzeug, Kaugummi und was nicht sonst noch alles mitten auf der Strasse verkaufen. Und die Autos halten an und beeilen sich nicht mal bei der Auswahl der Ware.

Egal ob von einer Nebenstrasse kommend oder beim Spurwechsel auf eine volle Spur, niemand kann abwarten bis er dran ist. In leicht reduzierter Geschwindigkeit wird einfach reingedrängelt und die anderen werden dazu gezwungen Platz zu machen.

In so einer Situation ist uns (zu zweit auf meinem Motorrad) einmal ein Auto an die Motorradkoffer gefahren. Bei Schrittgeschwindigkeit passiert zwar nix außer ein Kratzer, aber ich finde es trotzdem schwierig mich an diesen eingeschränkten persönlichen Freiraum zu gewöhnen.

Man sieht auch häufig umgefahrene Motorradfahrer. Aber das gehört hier so zum Alltag, dass dem nicht weiter Beachtung geschenkt wird solange nichts Schlimmeres passiert ist. Einmal haben wir einen Scooter-Fahrer gesehen, der gerade wieder aufstand und nicht einmal sein Telefongespräch unterbrochen hatte. Das Telefon hatte er übrigens unter den Helm ans Ohr geklemmt (das ist auch ziemlich gängig). Zugegebenermaßen sind die Zweiräder hier die größten Verkehrs-Rowdies. In einem Affentempo schlängeln sie sich zwischen den Autos durch und bleiben gelegentlich auch mal irgendwo hängen.

Ich bin jedenfalls froh wenn ich nicht fahren muss, denn jedes Mal wenn wir mit den Motorrädern irgendwo hin mussten bin ich fast verrückt geworden ob der Ignoranz der anderen Verkehrsteilnehmer und bin aus dem Meckern unter meinem Helm nicht mehr rausgekommen.

 

Aus diesem Grund hab ich mich für meine Stadt-Erkundungstour für den Bus entschieden. Sollen sich doch andere rumärgern. Aber auch das stellte eine ganz schöne Herausforderung dar.

Ich als Großstadtkind habe immer gedacht ich könnte mich in jedem ÖPNV-System jeder Stadt der Welt zurecht finden. Aber was zur Hölle ist das? Es gibt ein Haufen Nummern und Buchstaben, aber keine Übersicht der dazugehörigen Zonen? Wo ist die Karte mit den bunten Linien die zeigen wohin der Bus fährt?

Mit Fragen kommt man ja aber immer irgendwie weiter und so finde ich schließlich den richtigen Bus. Auf den frühen Nachmittag ist die Fahrt auch recht angenehm. Beim aussteigen im Zentrum allerdings komme ich fast nicht aus dem Bus. Eine Menschenmasse blockiert den Ausgang und versucht gleichzeitig in den Bus rein zu kommen. Irritiert Frage ich in die Runde warum sie nicht einfach warten bis alle ausgestiegen sind (jaja, ich bin so deutsch) und bekomme von einer Frau ein entschuldigendes Lächeln und ein “die schieben von hinten”.

Auf dem Rückweg kommt’s noch dicker. Die Halte-Plattform ist schon voller Menschen die gegen die Glastüren, die aufgehen wenn der Bus kommt, drücken. Dann kommt der Bus, der so voll ist, dass keine weitere Person reinzupassen scheint. Aber dennoch quetschen sich Mutige durch die Türen, pressen, drängeln und werden in den sich schließenden Türen eingeklemmt. Da mach ich nicht mit.

Ich komme mit zwei jungen Frauen ins Gespräch die gerade von der Arbeit kommen und mir erklären, dass das leider der Normalzustand in Bogota ist. Das Busnetz ist hoffnungslos überlastet und eine Metro ist zwar geplant wird aber noch viele Jahre bis zur Umsetzung brauchen.

Wie mir scheint kann man sich in dieser Stadt nicht bewegen, ohne permanent einer extremen nervlichen Belastung ausgesetzt zu sein. Vielleicht gewöhnt man sich auch einfach dran.

 

An Sonntag wird dem Verkehrschaos allerdings Einhalt geboten. Einige der größten Verkehrsachsen werden von 7-18 Uhr gesperrt, als „Ciclo Via“ deklariert und dürfen nur von Fußgängern, Radfahrern und Skaten benutzt werden. Ziemlich verrückt.

Zwei Mal im Jahr treibt die Stadt das Ganze nochmal auf die Spitze und verbietet jeglichen Autoverkehr in der gesamten Stadt zwischen 6 und 20 Uhr. Und das an einem Mittwoch! Busse fahren allerdings und den Angestellten ist es erlaubt an diesen Tagen in legerer oder Sportkleidung auf der Arbeit zu erscheinen.

Generell sind in Kolumbien unheimlich viele Radfahrer unterwegs, nicht nur in der Stadt sondern auch in ländlichen Gegenden.

 

Joey

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