Day 522 - The worst night so far
Even though we had some wonderful last days in Bogotá with Juan, Joana and Laia, we were eager to move on after almost four stationary weeks. And this meant fighting our way through city traffic one last time for almost two hours to get out of the city. Our first stop I had planed at the Tequendama waterfall. From there we just wanted to see how far we get. We haven’t left the city very far behind us yet, but it already felt like a whole different world, green mountains, coffee fields and simple housing structures.
In order to find a nice secluded spot to pitch our tent we rode off the main road onto a dirt track where soon we came across two men that obviously had troubles with their motorcycle. The chain had jumped off the sprocket, but with our tools it was just a matter of some minutes before it was back on.
Pedro, the older gentleman of the two, who was being transported home by a young guy invited us to camp in front of his house. That suited us very well so we followed the two up and down steeper and steeper tracks until we finally reached a secluded valley.
Pedro is a coffe farmer and owns a piece of land and a „hostal“ how he calls it. It is a lodge to accommodate the coffee workers during picking season. But it was so basic that we preferred to sleep in our tent. Pedro told us that it has been a very dry summer and that it hadn’t rained for months, which is putting the coffee harvest at stake. After some talking and him showing us his cats and chickens and the neighbouring houses that were only visible as small light dots far in the distance, we pitched the tent. Since it wasn’t going to rain we didn’t bother with pegging it down correctly. Not even an hour after going to sleep it started pouring down like crazy. We’re happy for Pedro, maybe the coffee harvest can be secured after all.
I had just fallen back asleep when Daniel started pottering about, complaining about ants that were biting him and killing all of the little bastards that made it into the tent while he was closing the flaps earlier. Half an hour later he still hadn’t found peace and now asked me whether it’s possible to be allergic to ants, his whole body is itching like crazy. „Yeah, maybe, I don’t know. I wanna sleep!“ Another half hour later he held the head lamp up to his face and asked whether it was swollen. The caring girlfriend I am, I turned around, had a look at his face and was instantly wide awake. It was indeed swollen up pretty badly and his entire body was covered in a rash. Nose and ears where slowly swelling up as well. Horrible scenes went through my head at that moment. How was a tracheotomy carried out again?
The rain was still pattering down relentlessly and as if we didn’t have enough problems as it was, we noticed how the water was starting to push through the tent floor. Oh yeah – we didn’t use any pegs, shit. The fly-sheet was hanging down loose and thus allowed for the water to flow between the ground-sheet and the tent floor.
For a long while we just sat there not sure what to do and just monitored the development of Daniel’s state of health. And when it didn’t change we decided to just go back to sleep.
The next morning the inside of the tent was still flooded but fortunately Daniel’s rash was gone and his face was back to normal too.
Joey
Day 522 - Die schlimmste Nacht bisher
Obwohl unsere letzten Tage bei Juan, Joana und Laia sehr schön waren, sind wir nach fast vier Wochen Bewegungslosigkeit in Bogotá nun total froh wieder unterwegs zu sein. Auch wenn das bedeutete sich erstmal 2 Stunden durch den Stadtverkehr zu schlagen um hinaus zu kommen. Als erstes Zwischenziel hatte ich mir gewünscht beim Tequendama- Wasserfall Stopp zu machen. Von da aus wollten wir schauen wie weit wir kommen bis zur Dämmerung. Besonders weit entfernt von Bogotá waren wir zwar noch nicht, aber es fühlte sich schon wie eine ganz andere Welt an. Grüne Berge, Kaffeeplantagen und einfache Häuser.
Auf der Suche nach einem geeigneten Plätzchen für unser Zelt bogen wir auf eine Schotterpiste ab, die sich gemächlich einen Berg hochschraubte. Unterwegs stießen wir auf zwei Männer, die offensichtlich ein Problem mit ihrem Motorrad hatten. Die Kette war runtergesprungen, aber mit unserem Werkzeug war das im Nu behoben. Pedro, ein älterer Herr, der gerade von einem jungen Fahrer nach Hause gebracht wurde, lud uns ein doch bei sich vorm Haus zu zelten. Das passte uns natürlich prima und so folgen wir den beiden über immer steiler werdende Pisten. Auf und ab bis wir in irgendeinem hinterletzten Tal landeten.
Pedro ist Kaffeebauer und hat ein Stückchen Land und ein „Hostel“ wie er es nennt. Eine Unterkunft für die Kaffeeerntehelfer, die jedoch so spartanisch war, dass wir unser Zelt vorzogen. Pedro berichtete uns, dass es ein sehr trockener Sommer war, es seit Monaten nicht geregnet hat und dadurch bereits die Kaffeeernte in Gefahr ist. Nachdem er uns noch seine Hühner, Katzen und die in weiter Entfernung als kleine Lichtpunkte erkennbaren Nachbarhäuser gezeigt hatte, schlugen wir unser Zelt auf. Das ordnungsgemäße Abspannen haben wir uns gespart, denn es regnet ja nicht. Keine Stunde nach dem Einschlafen begann der heftigste Regenguss auf uns niederzuprasseln. Das freut uns ja für Pedro, vielleicht wird’s doch noch was mit dem Kaffee.
Als ich gerade wieder eingeschlafen war begann Daniel rumzuwurschteln und sich über Ameisen im Zelt zu beschweren die ihn malträtierten. Sie mussten reingekommen sein während er die Zelttür geschlossen hatte und nun versuchte er jedes kleine Biest zu erwischen. Eine halbe Stunde später hatte er immer noch keine Ruhe gefunden und fragte mich ob man eigentlich auf Ameisen allergisch sein kann, ihm juckt der ganze Körper. „Ja, bestimmt, keine Ahnung, ich will jetzt weiterschlafen!“ Noch eine halbe Stunde später hielt er sich die Taschenlampe ins Gesicht und fragte ob es angeschwollen sei. Mitfühlend wie ich bin drehte ich mich um, schaute sein Gesicht an und war plötzlich hellwach. Es war tatsächlich total angeschwollen und sein ganzer Körper war mit Ausschlag übersäht. Nase und Ohren begannen auch langsam zuzuschwellen und in meinem Kopf spielten sich schon die schlimmsten Szenarien ab. Wie war das nochmal mit dem Luftröhrenschnitt?
Der Regen prasselte immer noch unerbittlich aufs Zelt und als hätten wir nicht grad schon genug Sorgen mussten wir feststellen, dass durch den Zeltboden Wasser ins Innere drang. Ach ja, nicht richtig abgespannt – so ein Scheiss. Das Überzelt hing schlaff herunter und so konnte das Wasser zwischen Unterlegplane und Zeltboden laufen.
Eine ganze Weile hockten wir noch unschlüssig rum und beobachteten die Entwicklung der Schwellungen bis wir dann entschieden einfach weiter zu schlafen.
Am nächsten Morgen war zwar im Zelt noch alles nass, aber glücklicherweise war Daniels Ausschlag komplett verschwunden und auch sein Gesicht wieder im Normalzustand.
Joey



