Day 493-495 - The white beauty
So we actually managed to get an early start from Rio Claro. And we really needed it. Due to the lengthy offroad part we got on slowly. The many photo stops and a three hour lunch break didn’t help either. We totally forgot about the time while chilling amongst the cows on a steep hillside pasture. Dusk began to fall while we still had about 60km ahead of us so we were in a bit of a rush.
Daniel passed two cops on a motorcycle in front of us and had already disappeared around the next bend when the officers spotted me and made hand signals for me to stop. In a fraction of a second I decided: „nope, no time for this“ and pulled the throttle open. I was gone and there was no catching up for these two on their 125cc bike. I thought myself safe until I encountered two big and slow moving trucks behind the next bend blocking my way. I’m not one to take risks passing vehicles in blind corners so I waited for the next straight bit to pass them. But before I got the chance to do so the police guys had caught up with me and vehemently gestured at me to stop. So I did. Honestly, I had a tough time paying these two really young officers the due respect as they were casually wearing their helmets sitting on top of their heads, like 16 year old members of a motorcycle gang. I gave them a big smile and they didn’t seem to be the least bit offended by my attempt to escape. And they even happily accepted my excuse that I mistook their „pull over“ signal for a „slow down“ signal. As usual the reason to pull me over was mere curiosity. So we discussed the customary „Where to?, Where from?, How big?, How fast?, How much?, etc.“ and they were also very much interested in the packing order I keep in my panniers and duffle bag. The argument that Daniel would be worried if I don’t catch up with him soon, finally convinced them to let me go. But only under the premise that they escorted me. And they asked me to please ride behind them because they wouldn’t be able to keep up with me otherwise. Only a moment later Daniel came around the corner, indeed worried and looking for me and they finally let us ride on. With the last light we reached Villa de Leyva, found a beautiful place to camp and were happy to be relaxing in a hammock after a long day.
I’v admitted to being a fan of spanish colonial architecture before and here in Colombia I also get my money’s worth. But as opposed to the colourful facades we’ve been admiring so far, Villa de Leyva presents itself modestly, all white. Green and brown doors and portals, red roof tiles and cobblestone streets characterise the historic townscape. The most distinctive element of the town is the 14.000m² big cobblestone main square that is supposedly the biggest of it’s kind in Colombia. It sure is pretty big and accommodates plenty of weekenders who come here to fly their kites during the windy months of August and September. The town even holds an annual kite festival that we missed by two weeks. But where’re not too sad about it because the square is fenced off during the festival so spectators can only watch from the sides. Whereas now we can enjoy the bustling activity in the thick of it.
Joey
Tag 493-495 - Die weiße Schönheit
So, Frühstart geschafft und das war auch gut so. Denn auf den 150km die wir auf Schottenpisten zurückgelegt haben kamen wir doch sehr langsam voran. Schuld waren sicher auch die vielen Fotostopps und die ausgedehnte 3-stündige Mittagspause am Rande einer Steilhang-Kuhweide wo wir ein wenig die Zeit vergessen haben. Es dämmerte schon langsam und wir hatten noch 60km vor uns also eigentlich keine Zeit für weitere Unterbrechungen. Daniel war gerade an einem Polizei-Motorrad vorbei und um die nächste Kurve verschwunden als die zwei Beamten mich entdeckten und mir ein Zeichen gaben zum Anhalten. In einem Bruchteil einer Sekunde entschied ich: „Nee, keine Zeit für sowas“ und zog meinen Gashahn auf. Schwupp war ich weg und es gab kein Hinterherkommen für die beiden auf ihrer 125er Maschine. Ich wiegte mich in Sicherheit bis mein Weg von zwei hintereinanderher tuckelnden LKWs versperrt wurde. Auf der schlecht einsehbaren Bergstrasse wollte ich natürlich auch kein riskantes Überholmanöver starten und so hing ich fest. Noch bevor sich die nächste Überholgelegenheit ergab hatten die beiden Polizisten aufgeholt und gaben mir diesmal vehement zu verstehen, dass ich anzuhalten habe. Ich tat mich schwer den Obrigkeiten, die ihr Helme lässig wie 16-jährige Mitglieder einer Motorrad-Gang oben auf den Kopf aufgesetzt trugen, den nötigen Respekt entgegen zu bringen. Hielt dann aber an und schenkte ihnen ein breites Lächeln. Sie schienen in keinster Weise negativ gestimmt zu sein ob meines Fluchtversuchs. Und auch die Erklärung dass ich ihr Zeichen als „langsamer fahren“ missverstanden hatte nahmen sie mit einem Lachen hin. Wie schon so oft war es einfach nur die reine Neugier die ihr Handeln bestimmte. Die üblichen Fragen des „Woher?, Wohin?, Wie groß?, Wie schnell?, Wie teuer?, etc.“ wurden geklärt und auch meine Packordnung in Koffern und Taschen hat sie brennend interessiert. Mit dem Argument dass Daniel sich Sorgen machen wird wenn ich nicht hinterher komme konnte ich sie dann überzeugen mich weiter fahren zu lassen. Aber nur eskortiert. Und ich müsse hinten fahren, da sie sonst nicht hinterher kommen. Und dann kam auch schon Daniel um die Ecke, besorgt und auf der Suche nach mir und wir durften unsere Fahrt alleine fortsetzen. Mit dem letzten Licht erreichten wir Villa de Leyva, fanden einen sehr netten Platz zum Campen und waren froh uns nach dem langen Tag in den Hängematten entspannen zu können.
Ich habe mich ja bereits mehrmals als Fan spanisch-kolonialer Architektur bekannt. Und auch in Kolumbien komm ich da auf meine Kosten. Aber im Gegensatz zu den bunten Fassaden die wir bisher so gesehen haben, präsentiert sich Villa de Leyva ganz bescheiden in Weiß. Grüne und braune Türen und Tore, rote Ziegeldächer und grobes Kopfsteinpflaster prägen das Stadtbild. Das markanteste Element ist der 14.000m² große kopfsteingepflasterte Platz in der Mitte der Stadt, der angeblich der größte seiner Art in Kolumbien ist. Groß ist er auf jeden Fall und bietet ausreichend Platz für unzählige bunte Drachen-Flieger die sich am Wochenende hier einfanden um den guten August-Wind zu nutzen. Vor zwei Wochen fand hier auch das jährliche Drachenfestival statt. Das wir das um zwei Wochen verpasst haben ist allerdings nicht so schlimm, denn zu diesem Anlass wir der Platz abgesperrt und man kann nur vom Rand aus zuschauen. Da sind wir doch lieber mittendrin im Geschehen.
Joey





































