Alegría

20.05.2015

Day 396-400

We’re here rather by coincidence. Daniel can’t endure hot climate very well so much of our route planing is according to the elevation and temperatures of the places. The general direction of our travels is south and at 1500m Alegría seemed to be a perfect stop-over on our way to Honduras. And it turned out to be a very nice little town as well. Not much going on, but friendly people, a really nice hostel and beautiful surrounding nature. That’s all we need to be happy and in the end our stop-over turned into almost a week. We spent lots of time in front of our computers to get some work done and once or twice a day I would go on a round through the few tiendas (small mom-and-pop-stores) in town to gather the ingredients for home cooked meals. On the weekend the small town got really busy. Looks like the salvadorian lowlanders also appreciate the fresh mountain air.

One thing that is very noticeable especially coming from Guatemala is that there are no indigenous people in colourful clothing in Salvadorian society. We inquired about that and once again were devastated about a dark chapter in the history of this country.

Before the 1930 the population was made up of about 20% indigenous peoples that are considered extinct since the 1932 massacre that has become known as “La Matanza” (the slaughter).

Since the 1880s major economic and political changes took place in El Salvador, which promoted the escalation of social inequalities within society. The exportation of coffee was to become the most important pillar of the economy. The production was in the hands a few very rich salvadorian families. The indigenous population was deprived of the right to property, their communal lands privatized by force and attributed to the estates of the large-scale landowners. Farmers thus lost their basis for subsistence farming and were forced to work on the coffee plantations. There was a general militarization in order to put down peasant revolts. 1932 a rebellion that had been planned and organised long beforehand by the communist party took place in the western part of the country. It was put down by the government military troops within a few days and with little loss of life. It was only after the suppression of the uprising that “La Matanza” took place, during which approximately 30.000-40,000 people lost their lives over the course of a month. The violence of the military was mainly directed against members of indigenous groups who were easily recognized by their dress and language as such, and is thus commonly classified as a genocide.

 

Joey

Tag 396-400

Wir sind eher zufällig hier. Daniel kann sehr heißes Klima nicht so gut ertragen und deshalb orientiert sich unsere Routenplanung oft an der Höhe und den Temperaturen von Orten. Unsere generelle Richtung ist Süden und mit 1500m machte uns Alegría den Eindruck eines guten Zwischenstopps auf dem Weg nach Honduras. Und wie sich herausstellte ist es auch ein sehr nettes Örtchen. Nicht viel los, aber freundliche Menschen, eine gemütliches Hostel und schöne Natur ringsrum. Damit sind wir doch schon glücklich. Und am Ende sind wir fast eine Woche geblieben. Wir haben viel Zeit vor den Computern verbracht um ein bisschen Arbeit zu erledigen und eins zwei Mal am Tag hab ich eine Runde durch die paar Tiendas (kleine Tante-Emma-Lädchen) gedreht und die Zutaten für unsere Mahlzeiten zusammen gesammelt. Am Wochenende wurde es dann richtig voll in dem kleinen Nest. Anscheinend wissen auch die salvadorianischen Flachländer die frische Bergluft sehr zu schätzen.

Etwas sehr auffälliges, vor allem wenn man gerade aus Guatemala kommt, ist die Abwesenheit Indigener und ihrer farbenfrohen Kleidung in der salvadorianischen Gesellschaft. Wir haben da mal ein bisschen nachgeforscht und sind auf ein weiteres niederschmetterndes dunkles Kapitel des Landes gestoßen.

Vor den 1930er Jahre bestand die Bevölkerung zu etwa 20% aus indigenen Bevölkerungsgruppen, die seit dem als „La Matanza“ (die Schlächterei) bekannt gewordenen Massaker 1932 als ausgerottet gelten.

Seit den 1880er Jahren wurden einschneidende wirtschaftliche und politische Umbrüche in El Salvador forciert, die die Zuspitzung sozialer Ungleichheiten in der Gesellschaft vorantrieben. Die Wirtschaft sollte komplett auf den Export von Kaffee umgestellt werden, dessen Produktion in den Händen weniger reicher Familien lag. Der indigenen Bevölkerung wurde das Eigentumsrecht entzogen, kommunale Ländereien zwangsprivatisiert und den Großgrundbesitztern zugeschrieben. Den Bauern wurde somit die Grundlage zur Subsistenzwirtschaft entzogen und sie waren gezwungen auf den Kaffeeplantagen zu arbeiten. Es fand eine generelle Militarisierung statt um Revolten der Bauern niederschlagen zu können. 1932 kam es zu einem von langer Hand durch die kommunistische Partei geplanten Aufstand im Westen des Landes. Dieser wurde innerhalb weniger Tage und mit geringen Verlusten an Menschenleben durch die Militärregierung niedergeschlagen. Erst nach Beendigung des Aufstandes fand jedoch „La Matanza“ statt durch das etwa 30.000-40.000 Menschen innerhalb eines Monats ihr Leben verloren haben. Die Gewalt der Militärs richtete sich vor allem gegen Angehörige indigener Gruppen die durch ihre Kleidung und Sprache leicht als solche zu erkennen waren und wird dadurch gemeinhin als Genozid eingestuft.

 

Joey

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