Havana IV

25.02.2015

Day 316-318 - Daniel on Cuba

I’m extremely grateful for Joey keeping our blog up to date. Today she’s asked me whether I wanted to share my thoughts about Cuba as she felt it’s one of the slightly more memorable places we’ve visited. I’ve been to Cuba about 8 years ago and I felt hesitant about going again. Not because I thought it wouldn’t be worth it, rather because I wasn’t keen on spending the money on the flights, then being without the bikes in a country that I have already visited. There are a number of cultures to be explored, right here on the mainland. Though when I realised how much Joey wanted to go, I knew we needed to make it happen. And I’m more than glad we did.

Of all the places I have travelled to, Cuba stands out. It looks and feels like time has stood still for something like 53 years – probably because it has! The buildings, apart from having become vastly dilapidated, remain unchanged since colonial times, most cars, though often updated under the hood are from the 50s and 60s and the people are still talking about the great things the revolution brought them. Every Cuban is also longing for a “change”. Interestingly, nobody we talked to wants to adopt a system from its neighbouring countries, especially not from the US. It seems the nation is looking for a revived, improved, yet somewhat social system.

Personally I’ve gone through the transition in which a solely communist society was turned into a capitalistic one over night. I remember what was lost and I know what was gained. And I see many similarities between the lifestyle of East Germany before 1989 and the one the Cuban’s have today. And I feel like Cuba is the last country in the world where there is an element still intact, that has been lost everywhere else. It’s hard to explain what I mean by that “element” but I’ll try.

The Cuban government provides free education, free health care, subsidised food, subsidised housing and guaranteed jobs for everyone. It doesn’t offer all of this at a very high standard, but it is freely available. Having these essentials taken care of, it completely takes away everyone’s fear for their existence on a very fundamental level. What does that leave them with? Time to “be”!

One hour in the streets of Havana (at any given hour of the day) and you’ll see what I mean. There are countless people in the streets, not on their way from A to B, but “hanging out”. Old guys are sitting on ramshackle tables playing chess or dominoes, old ladies openly chatting across unsound balconies, kids playing football, dressed up teens laughing, dancing and flirting. Everybody chit-chats with everybody, regardless of age, sex, race, being a local or a tourist. We have never seen as many happy and worry-free people in one place before. This rather pleasant environment seems to be a product of true equality, which unfortunately was created and is kept intact by force.

Cubans know what they are missing out on: to travel freely, any luxury items, a thriving economy and the chance to “make it financially” (whatever this means). These desires are human and even 50 years of communism couldn’t eradicate them. And if you asked me (a hopeless romantic) whether I wanted to live on the island or take my chances in the “cold” capitalistic western world… I’d “go west”.

Obama recently reinvigorated communication between the US and the Cuban government and depending on how these negotiations turn out and whether the embargo will finally be lifted, Cuba might change overnight and completely. I very much hope, but do not believe it will, that the Cuba’s moral principles will survive the change. These principles unearth the “element” I am talking about. It’s easy to see what “we” have and Cuba doesn’t, but it’s impossible to explain what Cuba has and “we” don’t (anymore). That is why I encourage EVERYBODY to travel to Cuba and see for themselves NOW!

 

Epilogue:

Please don’t take the above for anything more than what it is – a random traveller’s thoughts. It is only here to encourage you to dig deeper and/or see for yourself. We’re travelling the world taking a look at traditions, customs, habits and fashions in as many places as we can. What repeats itself must have value and truth in it, what doesn’t must either be examined for universal applicability or discarded as bullshit. We would love to see Cuba’s warm social-life and togetherness spread and mix with i.e. China’s eagerness, USA’s pragmatism, German’s efficiency, Australia’s can-do-attitude and Laos’ relaxedness.

Daniel

 

Joey’s comment:

We became friends with some wonderful university students in Havana that started the project “Just Awesome Cuba”. Their aim is to provide a truly unique and memorable experience for tourists visiting Cuba. They provide information, accommodation, tours in and around Havana, offer insights into cuban nightlife and heaps of fun. Their motto is: „every customer is a friend“ and I think that says it all. If any of you would like to visit Cuba and have any kind of doubts or need assistance, just contact them through their facebook page. We can also provide a flyer (pdf).

Day 316-318 - Daniel zu Kuba

Ich bin dankbar, dass Joey unseren Blog immer auf dem aktuellen Stand hält. Heute hat sie mich gefragt, ob ich meine Gedanken zu Kuba aufschreiben will, da sie das Gefühl hatte, dass es eins der Länder ist die besonders unvergesslich sind. Ich war vor 8 Jahren auf Kuba und etwas zögerlich auf dieser Reise einen Abstecher zu machen. Nicht, weil ich dachte, dass es es nicht wert wäre, sondern weil ich wenig Lust darauf hatte das Geld für die Flüge auszugeben um dann ohne Motorräder in einem Land zu sein das ich schon besucht habe. Und außerdem gibt es hier auf dem Festland soviel Kulturen zu erkunden. Aber als ich mitbekommen habe wie sehr Joey nach Kuba wollte, wußte ich dass wir das machen müssen und ich bin sehr froh darüber.

Von allen Ländern die ich bereist habe, Kuba sticht heraus. Es fühlt sich an, als ob die Zeit dort vor 53 Jahren stehen geblieben ist. Die Gebäude, mal davon abgesehen dass sie enorm verfallen sind, wurden seit den Kolonialzeiten nicht verändert. Die meisten Autos sind aus den 50er und 60er Jahren, auch wenn sie unter der Haube meist auf neueren Stand gebracht wurden. Und die Menschen reden immer noch von den großartigen Errungenschaften die die Revolution ihnen gebracht hat. Die Kubaner sehnen sich aber auch nach einem „Wandel“. Interessanterweise wollte keiner der Leute mit denen wir uns unterhalten haben ein System wie das der Nachbarländer, vor Allem der USA. Es scheint, als wünschen sich die Kubaner ein verbessertes aber doch soziales System.

Ich habe die Transformation persönlich erlebt, die ein ausschließlich kommunistischen Gesellschaft über Nacht in eine kapitalistische gewandelt hat. Ich erinnere mich daran, was dabei verloren gegangen ist und ich weiß, was die Menschen gewonnen haben. Ich sehe viele Ähnlichkeiten zwischen den Lebensstilen in Ostdeutschland vor 1989 und denen im heutigen Kuba. Und ich habe das Gefühl, dass Kuba das letzte Land auf der Welt ist, wo ein gewisses „Element“ noch intakt ist, das überall sonst verloren gegangen ist. Es ist schwer zu erklären was dieses „Element“ ist, aber ich versuche es zu erklären.

Die kubanische Regierung stellt sowohl kostenfreie Bildung und Gesundheitsversorgung, als auch subventionierte Lebensmittel und Wohnraum bereit und garantiert jedem Bürger einen Job. Diese Versorgungsleistungen haben vielleicht nicht immer einen sehr hohen Standard, aber sie sind für jeden frei zugänglich. Und mit der bedingungslosen Befriedigung dieser menschlichen Grundbedürfnisse werden den Leuten die fundamentalen Existenzängste genommen. Und damit bleibt ihnen Zeit zum “Sein”.

In nur einer Stunde in Havana (zu jeder beliebigen Zeit) wird schon deutlich was ich meine. Unzählige Menschen sind auf den Straßen, nicht auf dem Weg von A nach B, sondern einfach nur zum „Abhängen“. Alte Herren sitzen an wackeligen Tischen und spielen Schach oder Dominos, alte Ladies unterhalten sich lautstark von einem morschen Balkon zum anderen, Kinder spielen Fußball und rausgeputzte Teenager lachen, tanzen und flirten. Jeder plaudert mit jedem, unabhängig von Alter, Geschlecht und Ethnie, egal ob Tourist oder Einheimischer. Wir haben noch nie so viele glückliche und sorgenfreie Menschen auf einen Haufen gesehen. Dieses ziemlich angenehme Umfeld scheint das Produkt wirklicher Gleichheit zu sein, die jedoch bedauerlicherweise durch Machtausübung erschaffen wurde und aufrecht erhalten wird.

Die Kubaner wissen allerdings auch was sie verpassen, die Möglichkeit zu Reisen, Luxusgüter, eine blühende Wirtschaft und die Chance es „finanziell zu schaffen“ (was auch immer das bedeutet) ist ihnen verweigert. Diese Wünsche sind menschlich und auch 50 Jahre Kommunismus konnten sie nicht auslöschen. Und wenn man mich (hoffnungsloser Romantiker) fragen würde, ob ich lieber auf der Insel leben würde oder mein Glück in der „kalten“ kapitalistischen, westlichen Welt versuchen würde…Ich würde den „Westen“ nehmen.

Obama hat kürzlich die Kommunikation zwischen den Regierungen der USA und Kuba neu belebt. Abhängig davon wie sich die Verhandlungen entwickeln und ob das US-Embargo letztendlich aufgehoben wird, könnte sich Kuba über Nacht und komplett verändern. Ich hoffe sehr, glaube aber nicht, dass die kubanischen Prinzipien den Wandel überlebt. Diese Prinzipien bringen dieses „Element“ von dem ich spreche zutage. Es ist einfach zu sehen was „wir“ haben und Kuba nicht, aber es ist unmöglich zu erklären was Kuba hat und wir nicht (mehr). Deshalb will ich JEDEN ermutigen nach Kuba zu reisen und sich selbst ein Bild zu machen. Und zwar JETZT!

 

Epilog:

Das hier Beschriebene ist nicht mehr als es ist – die Gedanken eines Reisenden. Sie sollen nur Interesse hervorrufen und/oder dazu ermutigen sich selbst ein Bild zu machen. Wir bereisen die Welt, schauen uns fremde Traditionen, Bräuche, Gewohnheiten und Sitten in soviel Ländern wie möglich an. Das was sich immer wieder wiederholt muss Wert und Wahrheit in sich tragen. Das was sich nicht wiederholt, muss auf universelle Übertragbarkeit geprüft oder als Schwachsinn verworfen werden. Wir würden es gerne sehen, dass Kuba’s warmes gesellschaftliches (Zusammen-)Leben ausbreitet und z.B. mit China’s Eifer, dem US-amerikanischen Pragmatismus, deutscher Effizienz, australischer „alles-geht-Mentalität“ und laotischer Entspanntheit vermischen.

Daniel

 

Anmerkung von Joey:

Wir haben in Havana ein paar wundervolle Studenten getroffen und kennengelernt, die das Projekt „Just Awesome Cuba“ gestartet haben. Ihr Ziel ist es Kubareisenden zu einmaligen und unvergesslichen Erfahrungen zu verhelfen. Sie bieten Informationen, Unterkünfte, Touren in und um Havana, Einblicke in Kubas Nachtleben und eine Menge Spaß. Ihr Motto ist „jeder Kunde ist ein Freund“ und das sagt doch schon alles. Also, falls jemand eine Kubareise plant und irgendwelche Zweifel hat oder Unterstützung sucht, kontaktiert sie einfach auf ihrer Facebookseite. Bei Bedarf können wir auch einen Flyer schicken (PDF).

8721/16884659861_f03e6f51aa_b.jpg

 

7643/16678316097_ef65fd4837_b.jpg

 

7591/16265658073_746c7667d0_b.jpg

 

7649/16265659273_73ce135fb4_b.jpg

 

8731/16698255150_9f5f706dc4_b.jpg

 

7622/16698034568_9023eb79b2_b.jpg

 

8708/16859752826_443e0ce19e_b.jpg

 

7640/16885665795_24c959f3b9_b.jpg

 

7284/16699530229_eef27887d5_b.jpg

 

7624/16698041518_51b6190a4c_b.jpg

 

8730/16263285214_0f63694d11_b.jpg

 

7593/16263288234_165990b95e_b.jpg

 

7283/16698047688_a40b3b1024_b.jpg

 

7594/16265678733_9c39c7aae1_b.jpg

 

8697/16885685615_8d2ff617e5_b.jpg

 

8727/16859779666_39664e8ff0_b.jpg

 

8706/16699557099_a1b56968f4_b.jpg

 

7646/16884506052_255007c5f9_b.jpg

 

7643/16859793166_45405baaab_b.jpg

 

7642/16884712691_38d73491df_b.jpg

 

7648/16263328694_a51ce2c8b2_b.jpg

 

7636/16678383687_5f7b2633b5_b.jpg

 

7594/16885739985_5259e9d68b_b.jpg

 

7653/16884556182_bc7d34b280_b.jpg

 

7640/16884753421_bf7357d825_b.jpg

 

7629/16698347920_c211337ea2_b.jpg

 

8700/16884760321_20ab3b0450_b.jpg

 

7287/16699622209_36c0aa2fd5_b.jpg

 

7625/16859852106_d2be55c26a_b.jpg

 

blog comments powered by Disqus