Day 387-388
Yeah, we’re in a new country! Not that we didn’t like Guatemala. Quite the opposite…we really enjoyed it. But after 6 weeks we feel it’s time to move on. El Salvador is a tiny country (the smallest in Central America) with just above 6 million Inhabitants. It’s green, hilly and dotted with lots of volcanoes. We don’t really know anything about the country apart from some distressing statistics. But for now we don’t have to worry about anything because we’ve got a „contact“. Gabriel wrote to us many weeks ago. On his search for overland motorcyclists passing through Central America he stumbled upon our website and invited us to come stay with him. We decided to meet on the coast because we didn’t know how long the border crossing would take and we didn’t want to risk having to ride into the capital (where he lives) after dark. It turned out to be a good choice as the paperwork and procedures at the border lasted almost 4 hours and we made it to the beach just before sunset. Gabriel had already picked out a hostel so we could immediately start to relax after a long day.
I was expecting a black sandy beach like the ones I have visited on the Guatemalan Pacific coast, but instead we got nothing but pebbles up to the horizon. Some of them the size of babies heads. Only days before we reached El Tunco some enormous waves had hit the shore and flooded parts of the villages along the coast. And it left the once sandy beach difficult to walk on. Even some of the hotels were closed due to the damage the flood had done.
The heat and the humidity was unbearable and we only managed to survive by laying in the hammock consuming cold drinks. Gabriel took us to the house of a friend that had a terrace with a nice breeze. There we got our first history lesson which left us pretty shocked. Maybe it’s good to read up on a country before visiting, but we usually prefer to be surprised and to learn through the locals like Gabriel, that tell us stories.
Only in 1992 the bloody and horribly destructive civil war in El Salvador ended. It began in 1979 when a military junta took over power through a coup d’état. Many private companies were nationalised and land was taken away from its owners. The economic situation of a large part of the population deteriorated and people were repressed hugely by the government. Eventually they started to speak up for their rights to better wages, health care, freedom of expression, agrarian reform and so on. Several communist Guerilla groups started operating and in 1980 formed the „Farabundo Martí National Liberation Front“ (FMLN) and went into armed resistance. The assassination of the much loved Archbishop of San Salvador Monsignor Romero is seen to be the trigger of the civil war. He was “the voice of the voiceless“ and stood up for the rights of the oppressed civilian population. Many Salvadorians are of the opinion that the homicide was executed by a US-assigned death squad to finally kick off the fighting. The military regime was heavily supported by the USA through military advisors, weapons and financial aid, which facilitated the systematic assassination of 75.000 leftist opposition members and civilians. After all it was also a proxy war of the East-West conflict.
First the USA financed the destruction of El Salvador and after the war they pumped money into the reconstruction of the country. The dependencies continue and a small and economically unstable country like El Salvador will never be able to pay off its depts. The only resource available is human. Salvadorian soldiers are among the first that are send out into US-led wars, loosing their lives and thus saving an american soldiers life. I can’t judge wether this is true or not, I’m recounting explications of a well educated Salvadorian.
We have been aware that US-Americans are not well received in this area and hearing all the stories how the USA got involved in every single central american county, it’s more than understandable. It’s just such a shame that people (in this case travellers) get judged by their government so often.
Joey
Tag 387-388
Juchu, wir sind in einem neuen Land. Nicht dass uns Guatemala nicht gefallen hätte. Im Gegenteil, wir haben die Zeit dort sehr genossen, aber nach 6 Wochen hatten wir jetzt doch das Gefühl weiter ziehen zu wollen. El Salvador ist ein winziges Land, das kleinste in Zentralamerika mit etwas mehr als 6 Mio. Einwohnern. Es ist grün, bergig und gespickt mit zahlreichen Vulkanen. Wir wissen eigentlich nichts über das Land abgesehen won ein paar beunruhigenden Statistiken. Aber im Moment müssen wir uns auch erstmal um nichts Sorgen machen, denn wir haben einen „Kontakt“. Gabriel hat uns schon vor einigen Wochen kontaktiert. Auf der Suche nach Motorradreisenden die durch Mittelamerika kommen, ist er auf unsere Webseite gestoßen und hat uns zu sich eingeladen. Wir haben uns am Strand verabredet, da wir nicht wussten wie lange die Grenzüberquerung dauern würde und wir wollten es nicht riskieren im Dunkeln durch die Hauptstadt (wo er wohnt) fahren zu müssen. Eine gute Entscheidung wie sich herausstellte, denn der Papierkrieg an der Grenze kostete uns fast vier Stunden und wir kamen dadurch erst kurz vor Sonnenuntergang an der Küste an. Gabriel hatte schon ein Hostel ausgesucht und so konnten wir gleich anfangen uns von dem langen Tag zu erholen.
Ich hatte einen schönen schwarzen Sandstrand erwartet, wie ich ihn von der guatemaltekischen Pazifikküste kenne, aber stattdessen gabs nur Steine bis zum Horizont. Einige davon waren so groß wie Babyköpfe. Nur ein paar Tage bevor wir nach El Tunco gekommen sind kamen hier enorme Wellen an Land gekracht, die auch die Dörfer entlang der Küste teilweise überflutet haben. Und sie haben die Steine mitgebracht, die den einstmals sandigen Strand zu einem Hindernisparcours gemacht haben. Sogar einige der Hotels waren wegen der Flutschäden geschlossen.
Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit waren ziemlich unerträglich und eigentlich nur in der Hängematte mit kühlem Getränk aushaltbar. Gabriel hat uns mit zum Haus eines Freundes genommen, das eine Terrasse mit frischer Brise hatte. Dort haben wir unsere erste Geschichtsstunde bekommen, eine ziemlich schockierende. Vielleicht wär’s gut sich zu informieren bevor man ein Land besucht, aber wir bevorzugen es meistens uns überraschen zu lassen und uns von Einheimischen wie Gabriel Geschichten erzählen zu lassen.
Erst 1992 war in El Salvador der schreckliche und zerstörerische Bürgerkrieg zu Ende. Er began 1979 als die Militärjunta durch einen Putsch die Macht ergriff. Viele private Unternehmen wurden verstaatlicht und Landeigentümer enteignet. Ein Großteil der Bevölkerung litt unter der sich verschlechternden wirtschaftlichen Situation und die Menschen wurden von der Regierung unterdrückt. Bis sie letztendlich begannen für ihr Recht auf bessere Gehälter, Gesundheitsversorgung, Redefreiheit, Agrarreformen etc. zu kämpfen. Verschiedenen kommunistische Guerillagruppen formierten sich, bildeten ab 1980 gemeinsam die „Befreiungsfront Farabundo Martí” (FMLN) und traten in den bewaffneten Widerstand gegen die Repressionen der Militärregimes. Die Ermordung des sehr beliebten Erzbischofs von San Salvador Monsignor Romero wird als Auslöser des Bürgerkriegs gesehen. Er war die „Stimme der Stimmlosen“ und setzte sich für die Rechte der unterdrückten Zivilbevölkerung ein. Ein Großteil der salvadorianischen Bevölkerung ist der Meinung, dass das Attentat durch eine US-gesandte Todesschwadrone verübt wurde um den Krieg endgültig anzufachen. Das Militärregime wurde im großen Stil von den USA mit Militärberatern, Waffen und Geld unterstützt, was die systematische Vernichtung von rund 75.000 linken Oppositionellen und Zivilisten ermöglichte. Es war nicht zuletzt auch ein Stellvertreterkrieg im Ost-West Konflikt.
Erst haben die USA die Zerstörung El Salvadors finanziert und nach Ende des Krieges Geld in den Wiederaufbau gepumpt. Die Abhängigkeiten bleiben bestehen und ein kleines und wirtschaftlich instabiles Land wie El Salvador wird niemals die enormen Schulden abbauen können. Sein einzig verfügbares „Tauschmittel“ sind Menschen. Salvadorianische Soldaten sind unter den ersten die in US-geführte Kriege entsandt werden und dort ihr Leben lassen und somit ein amerikanisches Soldatenleben verschonen. Ob das alles so stimmt kann ich nicht beurteilen. ich gebe hier nur wieder was uns ein sehr gebildeter Salvadorianer erzählt hat.
Uns war schon bewusst, dass US-Amerikaner in der Gegend nicht wirklich willkommen sind und wenn man die vielen Geschichten hört über die Einmischungen der USA in jedem einzelnen zentralamerikanischen Land, kann man das auch mehr als verstehen. Es ist trotzdem eine Schande, dass Menschen (in dem Fall Reisende) so oft anhand ihrer Regierung beurteilt werden.
Joey















