Day 305-308 La Habana
Havana is just awesome. I was a bit worried that my expectations of this place of longing would be disappointed, as it easily happens with high expectations. But quite the opposite happened.
For someone who likes taking pictures, Havana is a visual overkill. There are so many fantastic photo posibilities everywhere. Be it the omnipresent american cars from the 50s, crumbling yet charming century old facades, pedling bici-taxistas, kids playing ball in the streets and of course the many many friendly and interesting faces everywhere. Getting from one street corner to the next can easily take half an hour or longer.
Ingo and I are going crazy taking pictures and Dan knocks himself out collecting footage for the sequel of „Somewhere Else Tomorrow“, so every now and then it’s necessary to split up and just float through the streets on our own to not hold back the other two.
During one of those solo-trips I stumbled into a very interesting gathering. While strolling through the alleyways of Havana Vieja I heard some nice music coming from an open door. I’m a curious person, so I stopped to check it out. Inside, a lot of people were singing, dancing and playing self-made instruments, some of the men wearing colourful headpieces. I didn’t take long and I was invited in by Dayan, one of the guests at the party, given a cold beer and introduced into the scene. Everyone attending the event was of african-cuban decent and belonged to the Yoruba religion, an african belief that was brought to Cuba and Latin America by Nigerian slaves during the transatlantic slave trade. They had come together on this day to celebrate an initiation ritual during which a young man was introduced into a new and higher role of Yoruba society. It’s difficult to explain it in a couple of words. When I joinded the party they were still in a kind of warm up phase with music, dance and lots of rum. After spending a while I had to go meet the guys at the agreed time and place and then we all returned together. The party had moved on to the feast which was followed by the actual ceremony. Hard to understand but really interesting to watch and Daniel was even allowed to film it. Dayan, his wife Yunexi and some other guests explained everything to us afterwards. We spent the rest of the evening chatting with everyone and learning a lot about life in Havana.
…
We asked our new-found friends if they knew anyone who could lend us a car to travel around the country. Dayan promised to ask around and we agreed to get back in touch the next day. The next evening the phone didn’t work so I decided to stop by at their place. Daniel and Ingo had gone to Havana Vieja for a couple of drinks and they live right around the corner. At least that’s what I thought.
The doors usually stand wide open in Havana, it seems that everyone is always welcome to stop by for a chat or a drink. And life generally takes place more outside than inside ones own four walls. I found the address without any problems and climbed up the steep and pitch black staircase. Then I wasn’t really sure where to find the apartment number 12, the whole structure of the building or what was left of it, didn’t make sense to me. So I peeked into the first door I came across to ask for Dayan. Right by the door sat an old lady and her granddaughter watching TV. Across from the door was the daughter/mom of the two taking a shower, shouting over to me that she’ll be done in a minute. Ashamed of invading her privacy I apologized and withdrew to wait outside the apartment. Only to be called in again and seated on a chair right in front of the shower and Mileydis immediately involved me in a conversation. I mean, I had already noticed how open Cubans are but I really didn’t expect that someone drying themself off after a shower would start a conversation with a complete stranger that just walked into their home. I think in the end I stayed almost an hour talking with her. She wanted to know a lot about me but I also got a good insight into her life and life in Cuba in general.
She told me for example about the rationing system that still persists. Every citizens irrespective of his financial situation receives a „libreta“ (supplies booklet) which entitles him to a monthly ration of basic foodstuffs and necessities at an extremely cheap price. A kind of basic state provision. But it is not enough to live of. Even people that have a job earn no more than 30$ a month and practically everyone has to find legal and not-so-leagal ways to generate an additional income. Many Cubans rely on family members that live abroad. Milady told me that she and her family regularly send shopping lists (via email and Facebook) to relatives in the US that try to fulfill their desires.
Joey
Tag 305-308 La Habana
Havana ist einfach genial. Ich hatte ja ein bisschen Sorge, dass meine hohen Erwartungen an diesen Sehnsuchtsort enttäuscht würden. Wie das eben schnell mal passiert wenn man hohe Erwartungen hat. Aber in diesem Fall war’s nicht so.
Für jemanden der gerne Fotos macht ist Havana echt ein visueller Overkill. Um von einer Straßenecke zur nächsten zu kommen kann locker mal ne halbe Stunde vergehen, so viele fantastische Fotomotive gibt es. Von den omnipräsenten amerikanischen Oldtimern aus den 50er Jahren, zerbröckelnden und dennoch charmanten jahrhunterten alten Fassaden, strampelnden Fahrradtaxisten, ballspielende Kinder und natürlich die vielen vielen freundlichen und spannenden Gesichter, die einen von überall her anschauen.
Da Ingo und ich super viel fotografieren und Daniel ohne Ende Material für den zweiten Teil von “Somewhere Else Tomorrow” sammelt, ist es manchmal praktikabel dass wir uns trennen, einzeln durch die Stadt treiben lassen und uns später wieder treffen und Geschichten austauschen.
Bei einer dieser Solotouren bin ich in eine ganz besondere Gesellschaft geraten. Ich schlenderte so durch die Gassen Havana Viejas fokussiert auf die tollen Fotomotive. Da drang aus einem Hauseingang tolle Musik. Neugierig wie ich bin hab ich mich an die Tür gestellt und dem bunten Treiben zugeschaut. Drinnen tanzten, sangen und trommelten Leute, einige von den Männern trugen bunte Kopfbedeckungen. Es hat keine Minute gedauert, da wurde ich von Dayan, einem der Partygäste ins Haus gezogen, mit einem Bier versorgt und ins Geschehen eingeweiht. Es handelte sich um eine Gruppe zumeist afrikanisch-stämmiger Kubaner, die der Yoruba Religion angehören. Die Religion ist mit nigerianischen Sklaven während des Transatlantischen Sklavenhandels nach Kuba und Lateinamerika gekommen.
Sie hatten sich an diesem Tag zusammen gefunden um eine spezielles Initiationsritual zu begehen. Es ist etwas schwierig das ganze in einem Satz zu erklären, aber es ging darum, einen jungen Mann in eine neue und höhere Ebene der Yoruba Gesellschaft einzuführen. Als ich dazu stieß war man noch in der Aufwärmphase mit Musik, Tanz und reichlich Rum. Nach einer Weile bin ich zum verabredeten Treffpunkt mit den Jungs um aber mit den beiden zusammen gleich wieder zur Party zurück zu kehren. Dort angekommen war man schon zum Essen übergegangen und wir bekamen auch gleich Teller in die Hand gedrückt. Nach dem Mahl durften wir der Zeremonie beiwohnen und sogar alles filmen. Das war ziemlich spannend, aber als Außenstehender auch ziemlich schwierig nachzuvollziehen. Dayan, seine Frau Yunexi und einige andere Gäste haben aber ihr Bestes gegeben uns die Hintergründe zu erklären. Nach der Zeremonie ging das Ganze in ein geselliges Beisammensein über, wo wir viel Gelegenheit hatten über das Leben in Havana zu erfahren.
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Wir hatten unsere neuen Freunde gefragt ob sie jemanden kennen, der uns ein Auto leihen könnte um damit das Land zu erkunden. Dayan wollte sich drum kümmern und wir haben ausgemacht uns zu melden. Da das Telefon nicht funktionierte entschloss ich mich mal bei Ihnen zu Hause vorbei zu gehen. Daniel und Ingo sind auf ein Bier in die Altstadt gegangen und die Wohnung der beiden war gleich um die Ecke. Jedenfalls dachte ich das. Die Häuser in Havana stehen in der Regel weit offen, Besuch ist immer willkommen und sowieso findet das Leben mehr auf der Straße statt als in den eigenen vier Wänden. Jedenfalls fand ich die gesuchte Adresse auf Anhieb und marschierte die steile und dunkle Treppen hoch ins Obergeschoss. Dann war ich etwas unschlüssig wo ich Wohnung Nummer 12 finde, denn die Struktur des Hauses, oder besser gesagt das was davon noch übrig war, war nicht ganz klar. Also schaute ich in die erste offene Tür rein um mich nach unseren Freunden zu erkundigen. Gleich an der Tür saß eine Omi, die mit ihrer Enkelin Fernseh schaute. Und genau gegenüber der Tür stand die Mama bzw. Tochter der beiden unter der Dusche und rief mir zu dass sie gleich fertig ist. Etwas peinlich berührt dass ich so in ihre Privatsphäre eingedrungen bin, entschuldigte ich mich und stelle mich vor die Tür um zu warten. Daraufhin rief mich Mileidys wieder in die Wohnung, wo ich ihr direkt gegenüber platziert wurde und direkt in eine Konversation verwickelt wurde. Ich meine, dass die Kubaner sehr offen sind haben wir ja nun schon mitgekommen, aber dass sich jemand wärend er sich abtrocknet mit jemanden wildfremden der gerade in seine Wohnung geplatzt ist unterhält, hätte ich nun nicht erwartet. Fast eine Stunde haben wir dann noch gequatscht, sie wollte viel über mich wissen, aber ich konnte auch einiges über ihr Leben und das Leben in Kuba erfahren. Zum Beispiel hat sie mir vom immer noch bestehenden Rationierungssystem erzählt. Jeder Bürger erhält unabhängig von seinem finanziellen Hintergrund ein „Libreta“ (Bezugsbüchlein) mit dem er monatlich eine bestimmte Menge Grundlebensmittel und anderen Waren wie Toilettenpapier und Streichhölzer, zu einem extrem niedrigen Preis kaufen kann. Eine Art staatliche Grundversorgung, die aber bei weitem nicht ausreichend ist. Selbst Leute die einen (der knappen) Arbeitsplätze haben verdienen nur etwa 30$ monatlich und müssen sich mit diversen legalen und nicht-ganz-so-legalen Nebenverdiensten über Wasser halten. Viele Kubaner sind auch auch die Unterstützung von im Ausland lebenden Familienangehörigen angewiesen. Mileidy hat mir erzählt, dass sie und ihre Familie per (Facebook und) E-Mail Einkaufslisten an ihre Verwandten in den USA schicken, die dann nach Möglichkeiten die Wünsche erfüllen.
Joey




















