Day 314
Somehow everybody in Cuba finds a way to generate some extra income, some of them through „illegal“ but still openly performed activities. Some people do nails or hair, others sell homemade food or other goods on the side.
To be honest, I have no idea what the name of the little village was where we stopped, intrigued by a half pig, a scale and a bunch of guys standing around it in the heat of the afternoon. Daniel thought it would be nice to get some footage of the rural butcher and his customers, so we went over and watched them for a while. The men talked animatedly and drank rum. Of course we were welcomed and they didn’t mind Dan filming them, even though this sideline wasn’t legal either. And in no time we were also included in talks and drinks.
Now and then customers came by, bought a chunk of meat, exchange news, drank a glass and rode on. Cubans really like to drink. At every opportunity (and apparently also at any time of the day) a bottle or a few more are shared with everyone present. And even if there is nothing else in the store, there is always rum.
Thanks to my request to use the bathroom, we ended up in the neighbours kitchen. And again like so many times before, we got the chance to get our many questions answered. In general, the people are super open to discussions and to share a story of their lives. Officially, any criticism of the system and the revolution is forbidden, yet many do not mince their words and speak of the problems in the country. The rationing system was criticised fiercely and we heard the story of the son, who tried like many others to flee the country on a boat to find a better life and is now in prison.
The neighbours also let us in on their sideline. The dairy farmers of the village must deliver the produced milk to the state-owned collection facilities. Part of the milk is regularly diverted to make cheese from it, which is then brought to the capital and is sold to middlemen. This allows the farmers to make a multiple of the price they get for one litre of milk. However, those who are caught will pay a heavy fine.
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Remedios is a tranquil town with a busy main square that made for a perfect jump of point to go to Cayo Santa Maria where we spent a relaxed day on a beautiful and empty beach.
In Remedios we also got yet another reminder of what service means in Cuba. Tourist-oriented establishments are a whole different story, but in most government-owned restaurants and shops the employees are little motivated to fulfill the customers wishes. We drove into town with hungry stomachs and stopped at the first restaurant we saw. I went in to check with the waitress if they had food. Just because it says restaurant outside, doesn’t always mean they actually serve food. In this case they did though. So I called the guys in and we sat down at a table (we were the only ones there) The same waitress I had spoken to was involved in a conversation with friends and showed no intention of bringing the menus. After a while I got up and walked towards her to get them myself, only to be sent back to the table with a look of disapproval on her face. Some minutes later she finally brought the menus. But don’t ask how long we waited for the food.
Same thing in the stores. If you want something, you wait. One time in a supermarket a lady was filling the shelf with about 200 bottles of „kola“, slowly, one by one. Happy to have found the missing ingredient for our cuba libres I grabbed one just to be informed that it can not be bought now. The newly available product had not yet been registered with the cashiers and I should return in maybe an hour.
I could keep telling these stories, but I think you get the picture.
Joey
Tag 314
Irgendwie findet jeder in Kuba einen Weg etwas extra Einkommen zu generieren, vieles davon allerdings „illegal“ aber dennoch offen ausgeübt. So machen die einen Nägel oder Haare, die anderen verkaufen eigenproduzierte Lebensmittel oder andere Güter.
Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie das kleine Nest hieß wo wir angehalten haben, weil ein halbes Schwein, eine Waage und eine Handvoll Männer die ringsherum in der Nachmittagshitze standen, unsere Aufmerksamkeit auf sich gelenkt haben. Daniel wollte gern den ländlichen Fleischermeister und seine Kunden filmen, also gingen wir rüber und schauten ein bisschen zu. Die Männer unterhielten sich angeregt und tranken Rum. Natürlich wurden wir willkommen geheißen, es machte ihnen nichts aus gefilmt zu werden obwohl auch dieser Nebenverdienst eigentlich nicht gestattet ist. Und auch in die Gespräche und Getränke wurden wir direkt mit eingebunden. Nach und nach kamen Kunden, kauften einen Fleischbatzen, tauschen Neuigkeiten aus, tranken ein Gläschen und ritten weiter.
Die Kubaner trinken wirklich gerne. Zu jeder Gelegenheit (und scheinbar auch jeder Tageszeit) wird ein Fläschchen oder ein paar mehr mit allen Anwesenden geteilt. Und wenn es sonst nichts im Laden gibt, Rum gibts immer.
Meine Bitte die Toilette benutzen zu dürfen führte dazu, das wir bei den Nachbarn in der Küche landeten. Wie so oft schon in Kuba bekamen wir auch hier die Möglichkeit Antworten auf unsere vielen Fragen zu bekommen. Generell sind die Leute super offen für Gespräche und einen Schwank aus ihrem Leben zu erzählen. Offiziell ist ja jegliche Kritik am System und an der Revolution verboten, dennoch nehmen viele kein Blatt vor den Mund und reden auch von den Problemen im Land. So wurde zum Beispiel das Rationierungssystem kritisiert und uns vom Sohn berichtet, der als Bootsflüchtling wie viele andere versucht hat in ein besseres Leben zu flüchten und nun im Gefängnis sitzt.
Die Nachbarn weihten uns auch in ihren Nebenverdienst ein. Von der Milch, die die Bauern des Dorfs an die staatlichen Sammelstellen abliefern müssen wird regelmäßig etwas abgezweigt um Käse daraus zu machen, der dann in die Hauptstadt gebracht wird und dort an Mittelsmänner verkauft wird. So kann mit einem Liter Milch ein Vielfaches vom Milchpreis verdient werden. Wer erwischt wird zahlt allerdings eine hohe Strafe.
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Remedios ist ein entspanntes kleines Örtchen mit einem geschäftigen Park in der Mitte. Und es ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Trip zum Cayo Santa Maria, wo wir einen relaxten Tag am schönen und leeren Strand verbracht haben.
In Remedios wurden wir auch mal wieder daran erinnert was Service in Kuba bedeutet. Touristisch-orientierte Etablissements sind etwas ganz anderes, aber in staatlichen Restaurants und Geschäften sind die Beschäftigten häufig wenig motiviert, die Wünsche der Kunden zu erfüllen.
Wir kamen hungrig in Remedios and und haben gleich beim ersten Restaurant Halt gemacht. Ich bin reingegangen und hab mich bei der Kellnerin erkundigt, ob es etwas zu essen gibt. Denn bloß weil Restaurant draußen dran steht, bedeutet das nicht zwangsweise, dass auch Speisen serviert werden. In diesem Falle aber schon. Also rief ich die Jungs rein und wir setzten uns an einen Tisch (wir waren die Einzigen). Die selbe Bedienung mit der ich gerade gesprochen hatte war in ein Gespräch mit Freunden verwickelt und machte nicht im Ansatz Anstalten rüber zu kommen um uns die Speisekarten zu bringen. Nach einer Weile stand ich auf und lief auf sie zu um die Karten selber zu holen, nur um von ihr mit einem missfälligen Blick zurück zum Tisch geschickt zu werden. Nach einigen Minuten kam sie dann mit den Karten, aber fragt nicht wie lange wir auf das Essen gewartet haben.
Das Gleiche in den Läden. Wenn Du etwas willst, musst Du warten. Einmal in einem Supermarkt hat eine Verkäuferin ein Regal mit etwa 200 Flaschen „Kola“ bestückt. Schön langsam, eine nach der anderen. Ich freute mich, die noch fehlende Zutat für unsere Cuba Libre gefunden zu haben und griff eine Flasche. Woraufhin ich informiert wurde, dass ich sie jetzt noch nicht kaufen kann. Das gerade neu reingekommene Produkt war noch nicht in der Kasse registriert und ich solle doch in einer Stunde oder so nochmal wieder kommen.
Ich könnte noch einige von diesen Geschichten erzählen, aber ich denke ihr wisst was ich meine.
Joey














